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Johannes Vogel - Unterschrift
Dienstag, den 03. November 2009

Verkürzte Wehrpflicht ist Einstieg in den Ausstieg - auch beim Zivildienst

Die Debatte erhitzt die Gemüter: Bedeutet die Verkürzung der Wehpflicht auf sechs Monate auch das Ende für den Zivildienst? Ja, finde ich, denn sechs Monate Wehr- oder Zivildienst sind für den Betroffenen besser als neun. Doch auch der verkürzte Dienst ist nach wie vor ein massiver Eingriff in die persönliche Freiheit junger Männer. Für uns JuLis ist die Verkürzung der Wehrpflicht und des Zivildienstes daher der Einstieg in den endgültigen Ausstieg.

© Sebastian Drolshagen / aboutpixel.de

Der Zivildienst darf dabei nicht als Argument für die Beibehaltung dieses veralteten Systems herhalten. Statt willkürlichem Zwang sollte die Freiwilligkeit im Vordergrund stehen, sowohl bei der Bundeswehr als auch im Bereich des Zivildienstes.

Ein Ende des Zivildienst bedeutet zudem auch eine Chance für alle jene, die ein freiwilliges soziales Jahr machen wollen. Jedes Jahr bewerben sich rund 70.000 junge Menschen für ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr, aber nur rund die Hälfte bekommt auch eine Stelle. Stattdessen werden dieses Jahr rund 85.000 junge Männer als Zivildienstleistende verpflichtet. Diese Stellen kann man besser mit motivierten Freiwilligen besetzen und durch sozialversicherungspflichtige Stellen ergänzen. Die neue Regierung muss sich daher dem Ausbau der freiwilligen sozialen Dienste intensiv widmen, darf sich aber auf dem Weg zum Ausstieg aus der Wehrpflicht nicht beirren lassen.


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